Die jungen Möwen waren sehr aufgeregt. Sie durften ausfliegen. Zum ersten Mal. Dafür hatten sie lange geübt: Flügel ausstrecken, flattern. Flügel wieder einziehen. Schwanz breit machen. Kopf vorstrecken. Dann links und rechts schauen. Beine unter dem Bauch verstecken. Flattern und los. Den ganzen Tag probierten sie: vom Nest auf die Brücke, von der Brücke auf die Wiese, von der Wiese auf den Zaun und vom Zaun wieder ins Nest. Wer fliegen konnte, bekam auch einen Namen: EMMA. Alle Möwen hießen Emma. Sogar die Männchen. So war es bei ihren Eltern, so war es bei ihren Großeltern, und so war es bei ihren Urgroßeltern ... Alle Möwen waren stolz auf ihren Namen. Nur eine nicht. Die wollte nicht wie alle sein. Sie dachte: "Ich bin doch etwas Besonderes! Wer etwas Besonderes ist, braucht auch einen besonderen Namen! Ich will – PIPPIFILIPPI heißen!"
Inhalt
Alle Möwen heißen Emma
Alle Möwen heißen Emma. So war es schon immer. Nur eine der jungen Möwen hat von dieser jahrhundertealten Tradition genug. Weil sie sich als etwas Besonderes empfindet, wünscht sie sich auch einen besonderen Namen: Sie will Pippifilippi heißen. Weder ihre Eltern noch die anderen Möwen haben dafür Verständnis. Um zu beweisen, dass sie eine besondere Möwe ist, fliegt Pippifilippi weit fort. Auf ihrer langen Reise findet sie lauter besondere Freunde: den Mond, den Wind, die Regentropfen, das Äffchen Tutu und schließlich noch einen großen Raben. Von diesem erfährt sie, dass jeder etwas Besonderes ist, egal, wie er heißt. Voller Eindrücke fliegt Pippifilippi wieder nach Hause zurück, um den anderen Möwen von ihren Erlebnissen zu erzählen. Da beschließen die Möwen, dass sich von nun an jede einen zweiten Namen aussuchen darf, einen besonderen, der nur zu ihr passt.
Pressestimmen
Maria Blazejovsky schuf für ihre Geschichte vom Individuum in der
Gemeinschaft, vom Besonders-Sein und vom So-Sein-wie-alle einen ebenso
qualitativ hochstehenden Text wie Bilder, die weit über bloße Illustration
hinausgehen
Maria
Blazejovsky schuf für ihre Geschichte vom Individuum in der Gemeinschaft, vom Besonders-Sein und vom So-Sein-wie-alle
einen ebenso qualitativ hochstehenden Text wie
Bilder, die weit über bloße Illustration hinausgehen. Kinder ... werden wie die
Erwachsenen eingefangen von den poetischen Details in Sprache und Bild und der
in Kinderbüchern nicht immer so geglückten Symbiose von Inhalt und Umsetzung
durch eine einfühlsame Künstlerin.
Birgit Thek, Neues Volksblatt
Apropos etwas
Besonderes: Das sind die Illustrationen Maria Blazejovskys
ganz zweifellos.
Monika Klutzny, Bulletin Jugend & Literatur
Die
wunderschönen Bilder ... sind in satten Farben flächig gemalt. Das Spiel mit
immer wieder neuen Perspektiven und ein paar witzige Gags in den sparsam verwendeten
Details verleihen den Bildern zusätzlich eine starke Wirkung. Das Buch eignet
sich zum Erzählen, aber dank leserfreundlichem Layout ebenso gut auch zur
Lektüre fürs erste Lesealter.
Elisabeth Leimgruber, Schulblatt für die Kantone
Aargau und Solothurn
Diesem
Bilderbuch wünsche ich, dass es in seiner Besonderheit erkannt wird. JudithReimitz,
Unsere Kinder