Marta-Maria auf dem Spiegelschrank
Der Wind
trieb dunkle Wolken durch den Himmel. Regen schlug gegen die Fenster. In der
Wohnung war es warm und hell. Marta-Maria saß auf dem Spiegelschrank.
„Miau,
miau!“ Marta-Maria hatte sich in eine Katze verwandelt. Gleich nach dem
Mittagsschlaf, in eine sehr böse, kleine Katze.
„Miau,
miau!“
Der dicke
Vater holte aus der Küche seinen festen Stuhl. Er stellte den Stuhl an den
Spiegelschrank. Er kletterte auf den Stuhl. Der dicke Vater ächzte, der Stuhl
ächzte auch. Marta-Maria drückte sich mit dem Rücken in die äußerste Ecke. Sie
fauchte gefährlich und hob drohend die Tatze.
„Marta-Maria“,
bettelte der dicke Vater, „komm, sei wieder mein kluges Kind.“
„Miau,
miau!“, antwortete Marta-Maria, strich sich mit dem Pfötchen von hinten übers
linke Ohr und leckte das Pfötchen sorgfältig ab.
Der dicke
Vater stieg vom Stuhl, setzte sich drauf und stützte den Kopf in die Hände. Jetzt
war es ganz still. In der offenen Küchentür saß der Kater Iwan Iwanowitsch. Der
tat nicht nur so, als wäre er der Kater Iwan Iwanowitsch, er war es wirklich. Und
er wusste Bescheid, aber er ließ sich das nicht anmerken. Nur seine
Schwanzspitze schlug aufgeregt hin und her und rauf und runter.
„Dingdong! Dingdong!“ Gäste kamen.
Es waren gute Freunde, Carmen Dudel und Professor
Kuttelpfanne. Carmen Dudel war lang und dünn, und
Professor Kuttelpfanne kannte alle Sprachen der Welt. Carmen Dudel hatte am vorgestreckten Zeigefinger ein winziges
Päckchen baumeln – ein Geschenk für Marta-Maria.
„Marta-Maria!
Ein Geschenk! Na, wo ist denn das süße Kind?“
Das süße
Kind saß auf dem Spiegelschrank und mauzte und
fauchte und putzte sich.
„Interessant,
höchst interessant“, sagte Professor Kuttelpfanne. Sie holten noch zwei Stühle
aus der Küche. Dann reckten alle drei ihre Köpfe über den oberen Rand des Spiegelschranks
…