Albert Wendt

Marta-Maria  


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    Leseprobe
Marta-Maria auf dem Spiegelschrank

Marta-Maria auf dem Spiegelschrank

 

Der Wind trieb dunkle Wolken durch den Himmel. Regen schlug gegen die Fenster. In der Wohnung war es warm und hell. Marta-Maria saß auf dem Spiegelschrank.

„Miau, miau!“ Marta-Maria hatte sich in eine Katze verwandelt. Gleich nach dem Mittagsschlaf, in eine sehr böse, kleine Katze.

„Miau, miau!“

Der dicke Vater holte aus der Küche seinen festen Stuhl. Er stellte den Stuhl an den Spiegelschrank. Er kletterte auf den Stuhl. Der dicke Vater ächzte, der Stuhl ächzte auch. Marta-Maria drückte sich mit dem Rücken in die äußerste Ecke. Sie fauchte gefährlich und hob drohend die Tatze.

„Marta-Maria“, bettelte der dicke Vater, „komm, sei wieder mein kluges Kind.“

„Miau, miau!“, antwortete Marta-Maria, strich sich mit dem Pfötchen von hinten übers linke Ohr und leckte das Pfötchen sorgfältig ab.

Der dicke Vater stieg vom Stuhl, setzte sich drauf und stützte den Kopf in die Hände. Jetzt war es ganz still. In der offenen Küchentür saß der Kater Iwan Iwanowitsch. Der tat nicht nur so, als wäre er der Kater Iwan Iwanowitsch, er war es wirklich. Und er wusste Bescheid, aber er ließ sich das nicht anmerken. Nur seine Schwanzspitze schlug aufgeregt hin und her und rauf und runter.

Dingdong! Dingdong!“ Gäste kamen. Es waren gute Freunde, Carmen Dudel und Professor Kuttelpfanne. Carmen Dudel war lang und dünn, und Professor Kuttelpfanne kannte alle Sprachen der Welt. Carmen Dudel hatte am vorgestreckten Zeigefinger ein winziges Päckchen baumeln – ein Geschenk für Marta-Maria.

„Marta-Maria! Ein Geschenk! Na, wo ist denn das süße Kind?“

Das süße Kind saß auf dem Spiegelschrank und mauzte und fauchte und putzte sich.

„Interessant, höchst interessant“, sagte Professor Kuttelpfanne. Sie holten noch zwei Stühle aus der Küche. Dann reckten alle drei ihre Köpfe über den oberen Rand des Spiegelschranks …

 

Inhalt
Marta-Maria wohnt zusammen mit dem sehr weisen Kater Iwan Iwanowitsch bei ihrem Vater

Marta-Maria wohnt zusammen mit dem sehr weisen Kater Iwan Iwanowitsch bei ihrem Vater. Der ist dick und gemütlich, manchmal aber ein wenig überfordert mit seinem fantasiebegabten und eigenwilligen Kind. Wenn Marta-Maria es zu weit treibt und der Vater sich gar nicht mehr zu helfen weiß, ruft er seine Freunde an: Den hochintelligenten Professor Kuttelpfanne, der für fast jedes Problem eine Lösung weiß; den Zweinullsieben, einen Autor, der Geschichten fürs Kinderradio schreibt, und die liebenswerte Carmen Dudel, die viel Verständnis für kleine Mädchen hat. Einer von ihnen schafft es immer, Marta-Maria in ihre Vorstellungswelten zu folgen und wohlbehalten mit ihr daraus zurückzukehren.

 

 


Pressestimmen

Wendts manchmal akrobatisch anmutende Wortkombinationen und seine humorvollen Wortspiele machen deutlich, dass die Wurzeln dieses fantasievollen Autors im Hörspiel und Theater liegen

… das ist kein Erziehungsratgeber, sondern etwas für kluge Kinder … Ein zauberhaftes Buch.

Irmtraud Gutschke, Neues Deutschland

 

Es ist ein großer Spaß, [Marta-Marias] Reisen zu folgen, ein Jungbrunnen für jeden Vorleser. Leider ist es 1, 2, 3 vorbei.

Literaturbeilage „Lesen“

 

Wendts manchmal akrobatisch anmutende Wortkombinationen und seine humorvollen Wortspiele machen deutlich, dass die Wurzeln dieses fantasievollen Autors im Hörspiel und Theater liegen.

Yvonne Strankmüller, kreuzer – Das Leipziger Stadtmagazin

 

Phantasievoll, witzig – ein gelungenes Lesevergnügen!

Ulrike Neumaier, www.planet1.net