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Ich kann das Meer sehen
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Koos Meinderts

Ich kann das Meer sehen 
ab 14 Jahren

ISBN: 978-3-7026-5917-2
Umfang: 136 Seiten
Einband: gebunden
Format: 21,3 x 14,3 cm

ISBN E-Book: 978-3-7026-5918-9 (epub)

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Hardcover 15,00 € Ursprünglicher Preis war: 15,00 €10,00 €Aktueller Preis ist: 10,00 €.

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Jan ist laut und spontan, Kees ruhig und bedächtig. Und auch sonst könnten die beiden Freunde kaum unterschiedlicher sein. Zwischen ihnen steht Marijke, Jans Schwester, in die Kees verliebt ist.
Jan ist wie besessen von einem hohen Schlot in der Gegend. Er fragt sich, ob man von dort oben das Meer sehen könne und ringt Kees einen Schwur ab, mit ihm hinaufzusteigen. Als es soweit ist, kneift Kees aus Angst. Er schämt sich, fühlt sich als Feigling, und beobachtet Jan, der lauthals singend den Schornstein hinaufklettert. Oben angekommen, beugt Jan sich zu Kees hinunter, ruft ihm etwas Unverständliches zu – und stürzt in die Tiefe. Kees rennt unter Schock nach Hause und verschweigt, dass er dabei war. Hätte er Jan retten können, wenn er mitgeklettert wäre? Hätte er Jan davon abhalten müssen zu klettern? Fragen, die ihn fortan sein Leben lang begleiten.
Und selbst als ein Gespräch mit Marijke eine neue Perspektive aufwirft, bleibt die kurze Freundschaft mit Jan bestimmend für Kees‘ ganzes Leben.

E-Book 11,99 €
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Inhalt

Jan ist laut und spontan, Kees ruhig und bedächtig. Und auch sonst könnten die beiden Freunde kaum unterschiedlicher sein. Zwischen ihnen steht Marijke, Jans Schwester, in die Kees verliebt ist.
Jan ist wie besessen von einem hohen Schlot in der Gegend. Er fragt sich, ob man von dort oben das Meer sehen könne und ringt Kees einen Schwur ab, mit ihm hinaufzusteigen. Als es soweit ist, kneift Kees aus Angst. Er schämt sich, fühlt sich als Feigling, und beobachtet Jan, der lauthals singend den Schornstein hinaufklettert. Oben angekommen, beugt Jan sich zu Kees hinunter, ruft ihm etwas Unverständliches zu – und stürzt in die Tiefe. Kees rennt unter Schock nach Hause und verschweigt, dass er dabei war. Hätte er Jan retten können, wenn er mitgeklettert wäre? Hätte er Jan davon abhalten müssen zu klettern? Fragen, die ihn fortan sein Leben lang begleiten.
Und selbst als ein Gespräch mit Marijke eine neue Perspektive aufwirft, bleibt die kurze Freundschaft mit Jan bestimmend für Kees‘ ganzes Leben.

"so fein und so eindringlich"
Hans ten Doornkaat, NZZ am Sonntag

"ein Leseerlebnis, das zum Nach- und Weiterdenken anregt"
Kölner Stadt-Anzeiger, Bücher Magazin

"Das trotz des bedrückenden Themas locker für Leser ab 14 Jahren erzählte Buch wertet nicht, regt aber zum intensiven Nachdenken an."
Sigrid Kranepuhl-Goeritz, Nordbayerischer Kurier

"Koos Meinderts hat ein feines Gespür für das Absolute und gleichzeitig Zerbrechliche der Jugend und schildert dies genauso traurig wie schön."
Antje Kunstmann, Brigitte Bücher-Extra

"Ein eindringlich geschriebener Jugendroman in einer wunderbaren Sprache"
Helena Schäuble, Der Evangelische Buchberater

"So bietet der Roman reichlich Anlass zu Gesprächen über Scham, Schuld und Freundschaft, ohne jedoch ein Urteil vorzugeben."
Imke Voigtländer, bn.bibliotheksnachrichten

"berührend und glaubhaft"
Annkatrin Andrae, ekz-informationsdienst

"Ein Entwicklungsroman, der die Frage nach Schuld, Verantwortung, Freundschaft und erster Liebe stellt, jedoch keine flachen Antworten bietet."
Ursula Reich, Borromäusverein – medienprofile

"Ein Buch, das einen noch länger beschäftigt."
Denise Racine, Basler Biechergugge

"eine Anleitung zur Selbstreflexion"
Christian Kühn, Kibum Oldenburg
Jan war nicht allein gekommen, er hatte noch jemanden mitgebracht, ein Mädchen.
„Was hast du da am Auge?“, fragte sie.
Sie hatte ein Gesicht mit feinen Zügen, eine auffallend kleine Nase und leuchtende Augen. Ihre dunkelblonden Haare waren mit einer Spange an der Seite festgesteckt. Sie trug ein hellgrünes Kleid mit weiß-gelben Blumen drauf, wie eine Wiese mit Gänseblümchen.
Ich sah zu Jan.
„Genau“, sagte Jan, „erzähl mal. Was hast du da?“
Anscheinend sollte das Mädchen nicht erfahren, dass ich ihm mein blaues Auge zu verdanken hatte.
„Das ist nichts“, sagte ich.
Sie beugte sich nach vorn, um den Hecht in der Zinkwanne anzuschauen. Dadurch konnte ich in ihren Ausschnitt sehen, der BH ließ den oberen Rand ihrer Brüste frei – für mich Grund genug, rot zu werden. Ich riss den Blick los und schaute wieder zu Jan.
„Was sollen wir machen?“, fragte ich. „Sollen wir ihn freilassen?“
„Freilassen? Bist du verrückt?“, sagte Jan. „Wir haben ihn doch nicht umsonst gefangen! Essen werden wir ihn, aber zuerst kommt er mit uns aufs Foto.“
Das Mädchen richtete sich auf und holte einen Fotoapparat aus der Tasche, einen Kasten, den man vor den Bauch halten musste, anstatt vors Gesicht. Man musste von oben in den Schachtsucher schauen, um zu sehen, was man vor der Linse hatte.
…

Jan holte den Hecht aus der Zinkwanne.
„Halt du ihn am Schwanz fest, dann halte ich den Kopf.“
Das Mädchen drückte auf den Auslöser.
„Bleibt stehen, dann mache ich noch ein Foto.“
„Darf ich ein Foto von dir machen“, dachte ich, von ganz nah,von deinem Gesicht, deiner süßen Nase und dem Funkeln in deinen Augen, der Spange in deinem Haar. Ich fragte sie natürlich nicht, ich würde mich das nie trauen. Außerdem wusste ich nicht, wie man einen Fotoapparat bediente.
Sie schaute konzentriert in den Sucher.
„Nun schau doch nicht so bedrückt, Junge“, sagte das Mädchen zu mir. „Man könnte sonst noch meinen, du hättest Angst vor dem Hecht.“
Sie nannte mich Junge, Jan hatte ihr also meinen Namen nicht gesagt. Ihren wusste ich ja auch nicht, denn er hatte sie mir nicht vorgestellt. Wer war sie? Jans Freundin?
„So ist’s besser“, sagte das Mädchen und drückte erneut auf den Auslöser. Jan nahm mir den Hecht aus der Hand. Das Mädchen steckte den Fotoapparat zurück in ihre Tasche und sagte, sie würde jetzt gehen.
„Tschüss!“
Sie machte einen Hopser und ging über die Brücke. Bitte, dreh dich um, und sie drehte sich um und winkte. Wem winkte sie? Jan? Mir? Bitte lächle, wenn ich es bin, dem du winkst.
Sie lächelte.
„Das ist Marijke“, sagte Jan. „Meine Schwester. Sie macht tolle Fotos.“

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